Passion: Jesus, Barabbas und Pilatus

In der Passionszeit, der Zeit vor dem Passafest (Pessach), wird in christlichen Gemeinden der Leidensweg Jesu (Jeschua) behandelt. Wir wollen uns mit einigen Aussagen beschäftigen und betrachten das Thema Jesus, Barabbas und Pilatus“ anhand der Evangelien Markus 15,1–15 und Johannes 18–19 und wenden darauf die Auslegungsmethode PaRDeS an. Dabei prüfen wir auch mögliche Bezüge zum Tenach.

 


📖 Bibeltexte im Überblick

Markus 15,1–15 (Auswahl)

Jesus wird vom Hohen Rat zu Pilatus gebracht.

• Pilatus befragt Jesus: „Bist du der König der Juden?“

• Die Volksmenge* verlangt, dass Pilatus zu Pessach einen Gefangenen freilässt – Barabbas (siehe Verse 10+11).

• Pilatus fragt, was mit Jesus geschehen soll – die Volksmenge* ruft: „Kreuzige ihn!“

• Pilatus gibt dem Druck nach, lässt Barabbas frei und übergibt Jesus zur Kreuzigung.

Johannes 18–19 (Auswahl)

Jesus wird gefangen genommen, zu Hannas, dann zu Kaiphas, schließlich zu Pilatus geführt.

• Pilatus will Jesus freilassen, findet keine Schuld an ihm (siehe Mt 27,24-26).

• Die jüdische Volksmenge* lehnt Jesus ab: „Wir haben keinen König als den Kaiser!“

Jesus wird gegeißelt, verspottet, und am Ende gekreuzigt.

* In Markus wird das Wort Volk („ochlos“) gebraucht. Damit ist nicht ganz Israel gemeint, sondern nur die anwesende Menschenmenge in Jerusalem. Es wird in den Versen 10+11 deutlich, dass es durch die Hohepriester beeinflusste und gezielt zusammengebrachte Bürger waren.
* In Johannes wird das Wort Volk („laos“) nur im Kontext der priesterlichen Intrige verwendet, aber nicht für die schreiende Menge. Die Evangelien geben nicht „den Juden“ die Schuld, sondern zeigen, wie ein kleiner Teil einer Menge in einem politischen/religiösen Machtspiel instrumentalisiert wurde (siehe auch Mt 27,20). 
In weiteren Bibelstellen wird das Wort Volk („laos“) als politisches/religiöses Volk genutzt (u.a. Mt 1,21; Mt 2,6).
Viele Bibelstellen Mt 26,1-5; Mt 26,31-35; Mt 26, 36-56; Mt 26,59-68; Mt 27,1-2; Mt 27,11-26; Mt 27,20-26; Lk 23,27-31; Lk 23,35-38; Lk 23,44-48 beschreiben die Situation ebenfalls.


🧩 PaRDeS-Auslegung

1. P – Peschat (Wörtliche Bedeutung)

Die Texte schildern die Verurteilung Jesu im römisch-jüdischen Kontext:

Jesus steht unter Anklage, ein Aufrührer und „König der Juden“ zu sein.

• Pilatus scheint zwischen politischem Kalkül und innerer Überzeugung hin- und hergerissen.

• Barabbas, ein tatsächlicher Aufrührer (Mk 15,7), wird freigelassen.

• Die Volksmenge* wählt den Verbrecher über den Unschuldigen.

 

2. R – Remez (Andeutung, Hinweis auf den Tenach)

Hier finden sich zahlreiche Bezüge zum Tenach, darunter:

a) Der leidende Gerechte:

Jesaja 53„Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf …“

Jesus schweigt vor Pilatus (Mk 15,5), wird verspottet und gegeißelt (Joh 19,1–3).

b) Opfer und Sündenbock:

3. Mose 16,7–10 – Zwei Böcke: Einer wird geopfert, der andere (Sündenbock) wird in die Wüste geschickt.

→ Parallele zu Jesus und Barabbas: Einer wird „freigelassen“, einer „geopfert“.

c) Psalm 2,2 – „Die Könige der Erde lehnen sich auf … gegen den Gesalbten (Messias) des HERRN“

→ Pilatus und das Volk lehnen den Messias ab.

d) Sacharja 9,9 – „Siehe, dein König kommt zu dir … demütig und reitend auf einem Esel“

→ Bezug zum Kontext von Johannes 12,13–15 (Einzug in Jerusalem); relevant für die Anklage als „König“.

e) Exodus 12 – Das Passahlamm ohne Fehler wird geschlachtet.

Jesus stirbt zur Pessach-Zeit – als das wahre Lamm (vgl. Joh 1,29).

 

3. D – Derasch (Auslegung, homiletische Deutung)

Barabbas (hebr. בַּר אַבָּא) bedeutet „Sohn des Vaters“. Er könnte symbolisch für das sündige Volk stehen.

→ Der wahre Sohn Gottes (Jesus) wird verurteilt, damit der „Sohn des Vaters“ (Sünder) frei ausgeht.

Pilatus verkörpert den Menschen, der zwischen Wahrheit und Angst vor der Menge steht. Er wäscht seine Hände (vgl. Mt 27,24), aber seine Schuld bleibt.

Die Volksmenge wählt bewusst die Freiheit des Gewaltbereiten über den, der das Reich Gottes bringt – ein Spiegelbild für die menschliche Ablehnung göttlicher Autorität.

Der Messias wird abgelehnt, aber gerade dadurch erfüllt sich Gottes Heilsplan – das große Paradox biblischer Geschichte.

 

4. S – Sod (Geheimnis, mystische Bedeutung)

Jesus als das wahre Passahlamm (vgl. 2. Mose 12,6; 1. Kor 5,7) stirbt zur Stunde, in der im Tempel die Lämmer geschlachtet werden. Die geistliche Tiefe: Durch seinen Tod wird „ewige Erlösung“ bewirkt.

• Die Entscheidung für Barabbas weist auf das tiefe Geheimnis von Gnade: Der Schuldige wird freigelassen, der Unschuldige stirbt – ein Bild für göttlichen Austausch.

• Die Ablehnung Jesu als König durch sein eigenes Volk (Joh 19,15) hat tiefe heilsgeschichtliche Konsequenzen: Die Königsherrschaft Gottes wird aufgeschoben – Israel erkennt ihn erst bei seiner Rückkehr (vgl. Sach 12,10).

 


🔁 Verbindung zum Tenach – Zusammenfassung

Thema

Bezug im Tenach

Erfüllung im NT

Leidender Gerechter

Jesaja 53

Jesus vor Pilatus (Mk 15, Joh 19)

Passahlamm

2. Mose 12

Jesus stirbt zu Pessach

Sündenbock

3. Mose 16

Barabbas frei – Jesus geopfert

Abgelehnter König/Messias

Psalm 2 / Sacharja 9

Joh 18–19: „Kein König außer dem Kaiser“

Gerechtigkeit vs. Politik

Daniel 6 (Darius und Daniel)

Pilatus zögert – gehorcht dem Volk

 


💬 Einige Gedanken & Praxisbezug

Gott lenkt auch inmitten von menschlicher Ungerechtigkeit: Die Verurteilung Jesu war Unrecht – und zugleich Teil des göttlichen Erlösungsplans.

Die Entscheidung für oder gegen Jesus ist entscheidend – wie bei der Volksmenge zwischen Barabbas und Jesus.

Die Frage von Pilatus bleibt aktuell: „Was ist Wahrheit?“ (Joh 18,38). Jeder Mensch muss sich dieser Frage stellen.

Barabbas lebt weiter – als Bild für den begnadigten Sünder. Die Frage ist: Bin ich Barabbas – oder erkenne ich den König der Wahrheit?

Die Entscheidung für Jesus ist entscheidend – Es gab zu der Zeit viele Juden, die sich IHM angeschlossen hatten.

 


 

 

📊 Tabelle zur PaRDeS-Auslegung mit Tenach-Bezügen und jüdischer Perspektive

Ebene

Inhalt

Bezug zum Tenach

Jüdische Kommentare / Midrasch

Christlich-messianische Auslegung

Peschat
(Wörtlich)

Historischer Bericht: Jesus wird von Pilatus verurteilt, Barabbas wird freigelassen

Mk 15,1–15; Joh 18–19

Barabbas wird als Aufrührer beschrieben (vgl. Sanhedrin 43a erwähnt Verfahren gegen “Verführer Israels”)

Fokus auf das Pessachfest als Zeit der Erlösung – Jesus wird Opferlamm

Remez
(Andeutung)

Zwei Männer: Barabbas („Sohn des Vaters“) und Jesus („Sohn Gottes“)

3. Mose 16 – Sündenbock
Jes 53 – leidender Gerechter
Psalm 2 – König gegen Gottes Gesalbten
Sach 9,9 – demütiger König

Midrasch Tanchuma zu Acharej Mot: Zwei Böcke sehen gleich aus, das Los entscheidet über Leben und Tod

Typologie: Jesus = wahres Passahlamm (Joh 1,29); Barabbas = Sünder, der frei ausgeht

Derasch
(Auslegung)

Das Volk entscheidet sich für Barabbas. Jesus wird zum Werkzeug der Erlösung.

2. Mose 12 – Blut des Lammes rettet vor dem Gericht
Jes 53,5 – durch seine Wunden sind wir geheilt

Midrasch Rabbah Exodus 15: Israel wird erlöst durch „Blut“ und „Glauben“

Pilatus wählt Politik statt Wahrheit (Joh 18,38). Der freie Wille des Menschen zeigt sich in der Wahl zwischen Licht und Finsternis.

Sod
(Geheimnis)

Tiefer Austausch: Der Schuldige lebt, der Unschuldige stirbt – Bild für göttliche Gnade

Jes 53,10 – Es gefiel dem HERRN, ihn zu zerschlagen
Dan 9,26 – der Gesalbte wird abgeschnitten

Zohar: Der Tod des Gerechten dient der Sühne für das Volk.

Jesus stirbt zur Pessach-Zeit – zur Stunde der Lämmer-Schlachtung. Geistliche Deutung: Er bringt ewige Versöhnung und erfüllt Gottes Plan.

 


 

🔎 Vertiefung: Bezüge aus dem Tenach

Element

NT-Ereignis

Tenach-Referenz

Bedeutung

Barabbas

Ein Mörder wird freigelassen (Mk 15,7)

3. Mose 16 (Sündenbock)

Der „Schuldige“ geht frei, der Unschuldige wird geopfert

Jesus schweigt

Jesus schweigt vor Pilatus (Mk 15,5)

Jesaja 53,7

Er öffnete seinen Mund nicht – wie ein Lamm zur Schlachtbank

„Kein König außer dem Kaiser“

Joh 19,15

1. Samuel 8,7

Israel verwirft Gott als König und verlangt einen Menschenkönig

„Was ist Wahrheit?“

Pilatus zu Jesus (Joh 18,38)

Psalm 119,142: „Dein Gesetz ist Wahrheit“

Die Wahrheit steht vor ihm – aber er erkennt sie nicht

 


🕯️ Midrasch-ähnliche Betrachtung aus jüdischer Perspektive

Sanhedrin 43a (Talmud): Erwähnt eine Hinrichtung am Vorabend des Pessach von einem „Yeshu“, der wegen Verführung Israels hingerichtet wurde. → Diese Quelle zeigt, dass die jüdische Tradition die Problematik rund um Gerichtsprozesse zur Pessachzeit kannte – auch wenn historisch diskutiert wird, ob es sich dabei um Jesus von Nazareth handelt.

Midrasch Tehillim zu Psalm 2: Der Messias wird von den Nationen verworfen – aber Gott lacht. → Im Neuen Testament zeigt sich diese Verwerfung im Prozess vor Pilatus.

Exodus Rabbah 15,6: „Durch das Blut wurde Israel erlöst“ – das Blut des Lammes an den Türpfosten. → Bild für das Blut Jesu als Erlösungsmittel (Joh 19,34).

 


💡 Zusätzlicher Praxisbezug

• Jeder Mensch steht vor der Wahl: Jesus oder Barabbas? Wahrheit oder Angst? Glaube oder Anpassung?

• Pilatus wählt politische Sicherheit über Gerechtigkeit – ein immerwährendes moralisches Dilemma.

• Der Tausch Barabbas ⇄ Jesus ist ein Bild für Erlösung durch stellvertretendes Opfer – das Herzstück biblischer Theologie.

 


Nun folgt noch eine ausführlichere Betrachtung des Vergleichs zwischen Barabbas und dem Sündenbock aus 3. Mose 16 (Jom Kippur), eingebettet in das Geschehen um Jesus und seine Verurteilung:

 


🐐 Barabbas und der Sündenbock – ein tiefes Bild des stellvertretenden Opfers

🔁 Der Ritus in 3. Mose 16: Zwei Böcke an Jom Kippur

Am großen Versöhnungstag (Jom Kippur) ordnet Gott an:

1. Zwei gleich aussehende Ziegenböcke werden dem Hohenpriester vorgestellt.

2. Das Los entscheidet:

• Einer wird für den HERRN geopfert – als Sühneopfer.

• Einer wird für Asasel (Symbol der Entfernung der Schuld) in die Wüste geschickt – der sogenannte Sündenbock.

3. Der Hohepriester legt die Sünden des Volkes auf das Haupt des Sündenbocks, der dann weggeführt wird – lebendig, aber ausgeschlossen, verstoßen.

👉 Der Ritus drückt zwei Dinge aus:

Sühne durch Blut (Opferbock)

Wegnahme der Schuld (Sündenbock)


 

✝️ Jesus und Barabbas – das Evangelium in einem Bild

Symbol

Jom Kippur (3. Mose 16)

Evangelien (Mk 15 / Joh 18–19)

Zwei Männer

Zwei Böcke vor den HERRN gebracht

Jesus und Barabbas stehen vor Pilatus

Losentscheid

Das Los entscheidet, wer stirbt

Die Volksmenge „entscheidet“, wer freikommt

Der Unschuldige stirbt

Der Bock „für den HERRN“ wird geopfert – ohne Schuld

Jesus, der Unschuldige, wird gekreuzigt

Der Schuldige geht frei

Der Sündenbock trägt die Schuld des Volkes weg

Barabbas, ein Aufrührer, wird freigelassen

Stellvertretung

Einer stirbt, damit das Volk lebt

Jesus stirbt, damit der Sünder leben darf

Wüste / Verbannung

Sündenbock wird aus dem Lager geführt

Jesus wird „hinausgeführt“ zur Kreuzigung (Hebr 13,12)

 


 

🧩 Theologische Tiefe – das Evangelium im Ritus

Barabbas verkörpert den Menschen unter Schuld – er hätte mit gutem Recht hingerichtet werden können.

Jesus nimmt seine (und unsere) Stelle ein – das gerechte Urteil trifft den Gerechten, damit der Schuldige verschont wird.

• Das ist nicht nur ein historisches Ereignis, sondern ein geistliches Muster: Einer stirbt für viele.

Jesaja 53,6

„Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn.“


 

🪞 Praktischer Bezug – unsere persönliche Entscheidung

• Wir sind wie Barabbas – frei, obwohl schuldig.

• Der Schuldige lebt, weil der Unschuldige stirbt. Das ist Gnade.

• Jeder Mensch muss sich fragen: Erkenne ich den, der für mich in den Tod ging?

• Auch heute stehen wir vor der Wahl: Jesus – oder Barabbas?

 


Es gibt noch zahlreiche weitere Parallelen, thematische Verbindungen und tiefere Schichten zwischen Markus 15,1–15 / Johannes 18–19 und anderen biblischen Texten – sowohl im Tenach (AT) als auch innerhalb des Neuen Testaments. Hier ist eine strukturierte Übersicht:


 

🔄 Weitere Parallelen und Bezüge zu Markus 15,1–15 & Johannes 18–19


 

🔹 1. Parallelen zu anderen Stellen im Neuen Testament

Thema

Parallelstelle

Verbindung

Jesu Schweigen

Matthäus 26,63

Jesus schweigt auch vor dem Hohenpriester – erfüllt Jes 53

Pilatus Unentschlossenheit

Matthäus 27,19

Pilatus Frau warnt ihn wegen eines Traums – Hinweis auf Jesu Unschuld

Wahl Barabbas statt Jesus

Lukas 23,18–25

Lukas betont besonders die Ungerechtigkeit und die Gewaltbereitschaft von Barabbas

Jesu Königtum

Lukas 23,3 / Joh 18,37

„Du sagst es, ich bin ein König“ – Jesus bekennt sein Königtum, aber geistlich

Verspottung Jesu

Matthäus 27,27–31 / Lukas 22,63–65

Die Soldaten verhöhnen Jesus – erfüllt Prophetien über den leidenden Gerechten

 


 

🔹 2. Parallelen zum Tenach (AT)

Thema

Tenach-Stelle

Verbindung

Verurteilung Unschuldiger

Jeremia 26,14–15

Jeremia sagt bei seiner Verurteilung: „Wenn ihr mich tötet, vergießt ihr unschuldiges Blut“ – Parallele zu Jesus

Scheinprozess & Gewalt

1. Könige 21

Nabot wird durch Lügen und falsche Zeugen zum Tod verurteilt – wie Jesus

Der König wird verspottet

Psalm 22,8–9

„Verlass dich auf den HERRN …“ – erfüllt in der Kreuzigungsszene

Kleid wird geteilt / um das Gewand gelost

Psalm 22,19

Direkt zitiert in Joh 19,24

Ausspruch „Es ist vollbracht“

Jesaja 42,4 / 2. Chronik 36,22

Die „Erfüllung“ des göttlichen Auftrags – in Jesaja als Sendung des Knechtes

Blutvergießen Unschuldiger

5. Mose 27,25

Verflucht sei, wer unschuldiges Blut vergießt – eine indirekte Anklage gegen Pilatus und das Volk

 


 

🔹 3. Literarisch-symbolische Parallelen

Element

Symbolik

Verbindung

„Ecce Homo“ – Siehe, der Mensch! (Joh 19,5)

Rückbezug auf Adam – der „Mensch“, jetzt entstellt durch Schuld

Jesus steht als „neuer Mensch“ da, leidend und zugleich königlich

Kreuzigung „außerhalb der Stadt“

Symbol für Ausgestoßenen – analog zum Sündenbock (3. Mose 16,27)

Jesus wird „hinausgeführt“, um die Schuld zu tragen

Dornenkrone

Symbol des Fluchs (vgl. 1. Mose 3,18)

Jesus trägt die Folgen des Fluchs der Sünde

„Wasser und Blut“ aus Jesu Seite (Joh 19,34)

Erinnerung an das Wasser aus dem Felsen (2. Mose 17) und an Reinigungsriten

Zeichen von Reinigung, Geist und Leben (vgl. 1. Joh 5,6–8)

 


 

🧠 Tiefe theologische Verbindung: Der neue Exodus

• Der erste Exodus (2. Mose): Gott befreit Israel durch das Blut des Lammes von Ägypten.

• Der zweite Exodus (Joh 19): Gott befreit durch das Blut des Messias aus der Knechtschaft der Sünde.

Jesaja 11,11: „An jenem Tag wird der HERR zum zweiten Mal seine Hand ausstrecken…“ – Messianischer Hinweis auf einen neuen Exodus.

 


 

🕯️ Fazit

Die Passionsgeschichte ist keine isolierte Episode, sondern tief verwoben mit den heiligen Schriften Israels:

Jesus verkörpert das wahre Israel – gehorsam, leidend, treu.

• Pilatus und das Volk bzw. die Volksmenge erfüllen unbewusst Gottes Plan – wie einst Pharao.

• Jeder Aspekt – von der Auswahl Barabbas bis zur Dornenkrone – hat biblische Tiefenbedeutung.

 


 

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