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Chanukka

Chanukka – Das Licht siegt über die Finsternis

Juden und Christen feiern im Dezember ein Freudenfest.
Juden feiern Chanukka und Christen Weihnachten.
[Jurek Schulz, Alfred Balzer]

Das jüdische Volk feiert in diesem Jahr vom 3.–10. Dezember 2018 das achttägige Tempelweih- und Lichterfest.

Wer weiß, wo das Chanukkafest in der Bibel erwähnt wird?

Im Tenach (AT) haben wir keine Hinweise auf dieses jüdische Fest. Die Ereignisse um dieses Fest finden wir in den beiden Makkabäerbüchern, also in den Apokryphen. Das Chanukkafest geht auf die Zeitperiode zwischen Tenach und Brit Chadascha (NT) zurück.

So wird es im NT auch erwähnt. Jeschua hat dieses Fest gefeiert. Er kam zum Chanukkafest in den Tempel nach Jerusalem.

Die Juden fragten Jeschua: Wie lange lässt du uns noch im Ungewissen? Wenn du der Maschiach (Messias, griechisch Christus) bist, dann beweise es uns. Warum wurde die Messiasfrage an Jeschua gerade zu Chanukka gestellt? Wir kommen später auf diesen Text in Johannes 10 zurück.

Wir müssen uns erst einmal kurz mit dem Hintergrund der Entstehung dieses Festes beschäftigen.

An Chanukka erinnert sich das Volk Israel an ein Wunder. Mit G’ttes Hilfe gelang es einer winzigen israelischen Armee, eine der damals mächtigsten Armeen der Welt zu besiegen.

Innerhalb von drei Jahren wurde der Tempel von dem antisemitischen syrischen König Antiochus Epiphanes geschändet und missbraucht. Es kam zu einem Bürgerkrieg in Israel, der sehr grauenvoll war.

Danach konnte der Tempel wieder neu geweiht werden. Chanukka heißt übersetzt Erneuerung und Einweihung. Das ist also das erste Wunder, an das sich Israel an Chanukka erinnert: G’tt befreite sein Volk von seinen Feinden.

Zur Erinnerung an ein zweites Wunder stellt man einen achtarmigen Chanukkaleuchter auf. Mit dem Schamasch, der Dienerkerze, zündet man jeden Tag eine Kerze an, bis am achten Tag alle acht Lichter gemeinsam brennen. Ähnlich wie bei Christen in der Adventszeit, nur da wird jeweils wöchentlich eine weitere Kerze angezündet, bis vier Kerzen brennen.

Der geschichtliche Hintergrund des Tempelweihfestes

400 Jahre v. d. Z. (vor Christus) lebte der griechische Herrscher Alexander der Große. Er zerschlug die Macht der Perser und  herrschte über das griechische Weltreich. Er eroberte Kleinasien, Syrien, Israel und Ägypten. Er durchzog Persien und kam bis nach Indien.

In diese Länder brachte er die griechische Kultur und Religion.

323 v. d. Z., auf dem Höhepunkt seiner Macht, starb Alexander der Große ganz plötzlich mit nur 33 Jahren. Vier Herrscher teilten sich anschließend die Macht im Nahen Osten und in Israel.

Am Ende des griechischen Weltreiches trat ein zuerst unbedeutender syrischer König auf, Antiochus Epiphanes. Er hat sich zum Gott erklärt. Epiphanes bedeutet “der geoffenbarte Gott”. Er wollte das ganze Reich von Alexander dem Großen in Besitz nehmen. Er lebte von der Idee eines großen Weltreiches mit nur einer Religion. So entwickelte er sich zu einem grausamen Despoten (1. Makkabäer 1:17ff.).

Diese heidnisch-hellenistische (griech.) Religion und Kultur sollte für alle Menschen verbindlich sein und sie untereinander zusammenbringen. So zwangen die syrischen Unterdrücker die Juden, ihren Glauben an G’tt aufzugeben und die neue Religion anzunehmen.

Ein Gesetz verbot ihnen, den jüdischen Glauben zu praktizieren. Die Beschneidung und die Schabbatruhe wurden mit dem Tode bestraft. Die zehn Gebote wurden als ungültig erklärt.

Ein Jahr später wurde im jüdischen Tempel, im Allerheiligsten, eine Zeusstatue aufgebaut und zum Zentrum des Götzendienstes gemacht. Auf dem Altar wurden Schweine geopfert. Die Juden wurden sogar gezwungen, Schweinefleisch zu essen.

So konnte ein gläubiger Jude den Tempel nicht mehr betreten.

Im Buch Daniel Kap. 7:25 wurde dieser „Gräuel der Verwüstung“ vorhergesagt.

Viele Juden akzeptierten den Hellenismus und passten sich der neuen Kultur und Religion an. Sie pflegten die Sitten und Gebräuche der Griechen und sind so von G’tt abgefallen.

Daniel 11:32: “Alle, denen G’ttes Bund mit Israel schon immer gleichgültig war, verführte er mit schönen Worten dazu, sich endgültig von G’tt abzuwenden.“ Andere sind G’tt treu geblieben. Manche starben sogar den Märtyrertod. Unter der Führung des charismatischen Priesterführers Mattathias aus Modein, die Stadt der Makkabäer, begann ein Guerillakrieg gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Syrer.

Auch gegen die hellenistischen Juden wurde gekämpft. Das jüdische Volk wurde gespalten. Nach dem Tod von Mattathias übernahm sein Sohn Judas Makkabäus die Führung der aufständischen Juden.

Trotz schlechter Ausrüstung und der Übermacht der Gegner gelang es ihnen, im Jahr 164 v. d. Z. Jerusalem zurückzuerobern. Antiochus Epiphanes wurde besiegt. Der Tempel wurde gereinigt und G’tt neu geweiht. Die heidnischen Altäre wurden entfernt.

Auf einem neuen Altar opferten sie G’tt wieder reine Brandopfer (1. Makkabäer 4:5659).

Das Licht siegte über die Finsternis.

In der Geschichte des Volkes Israel gab es viele Judenverfolgungen. Dahinter steht letztlich Satan, der G’ttes Plan mit Israel zunichte machen möchte.

Aber niemand konnte und kann das jüdische Volk auslöschen, auch der iranische Präsident oder Terrororganisationen wie Hamas und Hisbollah nicht. Denn G’tt steht hinter dem jüdischen Volk.

Er hat mit ihm einen Bund geschlossen, den er nie brechen wird. Das heißt nicht, dass Israel seinen Erlöser (Jeschua, Jesus Christus) nicht braucht.

Chanukka ist auch ein Lichterfest.

Wenn an Chanukka die Kerzen angezündet werden, erinnert sich Israel an das Lichtwunder. Die rabbinische Tradition sagt, dass die Makkabäer bei der Einweihung des Tempels den siebenarmigen Leuchter, die Menorah im Tempel anzünden wollten. Dazu ist aber kultisch reines Olivenöl notwendig.

Sie fanden aber nur ganz wenig Öl. Das Chanukkawunder war nun, dass diese kleine Menge Öl acht Tage ausreichte, so lange, bis wieder neues, einwandfreies Olivenöl hergestellt werden konnte. Damit dieses (zweite) Wunder nicht in Vergessenheit gerät, werden die Kerzen an der Chanukkia, dem achtarmigen Leuchter, angezündet.

Für alle sichtbar, steht dieser achtarmige Leuchter erhöht in den Fenstern der Wohnungen. Alle sollen es sehen, dass G’tt seinem Volk einen neuen Anfang schenkte.

Bei einem Abendspaziergang in der Chanukkazeit ist es wunderschön, durch die Straßen zu gehen. Überall in den jüdischen Häusern und auf öffentlichen Gebäuden leuchten die Chanukkalichter. Mit seinen vielen Lichtern bekommt das Fest eine große Ähnlichkeit mit dem christlichen Weihnachtsfest.

Weihnachten –> Neuanfang in der Weltgeschichte.
Chanukka –> Neuanfang in der Geschichte der Juden.

Chanukka ist auch ein beliebtes Familienfest.

Dazu werden Familienangehörige und Freunde eingeladen. Um an das Ölwunder erinnert zu werden, isst man Sufganiot, eine Art Berliner oder Krapfen. Mit den Kindern spielt man Gesellschaftsspiele, damit die Abende noch gemütlicher werden. Chanukkalieder werden gesungen. Die Kinder bekommen Geschenke. Wir werden hier an die Bräuche von Weihnachten erinnert.

Chanukka und Weihnachten finden ungefähr zur gleichen Zeit statt. So ist auch der Begriff „Weihnukka“ entstanden.

Viele Juden sahen in Judas Makkabäus den verheißenen Messias, denn nach dem Zeugnis der Bibel wird er einmal alle Feinde Israels besiegen. Diese Hoffnung hat sich in Judas Makkabäus nicht erfüllt.

Einige Generationen später war es mit der erkämpften Freiheit für die Juden vorbei. 63 v. d. Z. übernahmen die Römer die Herrschaft in Israel. (243 Jahre nach dem ersten Chanukkafest wurde das Licht der Menorah endgültig ausgelöscht. 70 nach Christus wurde dann der Tempel zerstört.)

Mitten in diese schwierige Zeit hinein ist Jeschua, der Messias, gekommen.

Die Chanukkazeit war von einer großen Sehnsucht nach dem Messias geprägt.

An einem Chanukkafest forderten die Menschen in Jerusalem Jeschua heraus, sich als Messias, als König und Befreier des jüdischen Volkes zu beweisen. Das Tempelweihfest mit seiner Erinnerung an den nationalen Aufstand unter den Makkabäern wäre doch dafür der richtige Zeitpunkt.

So fragten sie Jeschua: „Wie lange lässt du uns im Ungewissen? Bist du der Messias (Christus)? Sage es uns doch endlich! Beweise es uns! Befreie uns vom Joch der Römer und bringe uns ein besseres und ruhigeres Leben!“

Wie reagierte Jeschua? In Johannes 10:2530 erfahren wir mehr.

Übersetzung Schlachter: „ 10:25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet es nicht; die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese zeugen von mir. 26Aber ihr glaubet nicht, weil ihr nicht von meinen Schafen seid; wie ich euch gesagt habe: 27Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach. 28Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. 29Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen. 30Ich und der Vater sind eins. 31Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen.

Jeschua sagt damit klar, dass er mehr ist als nur ein menschlich-politischer Befreier. Er ist der Retter und Erlöser Israels und der ganzen Menschheit. Bevor er öffentlich als König und Herrscher auftreten wird, möchte er Israel zuerst zu seinem G’tt zurückführen.

Jeschua: Ich bin gekommen, die verlorenen Schafe des Hauses Israels zu sammeln.
Seine Reden, Wunder und Zeichen beglaubigten ihn als Sohn G’ttes. Aber die meisten Menschen in Jerusalem ärgerten sich über ihn (Vers 31). Sie waren so wütend, dass sie ihn steinigen wollten. 

Sie beschimpften ihn als G’tteslästerer, weil er sagte: Ich bin der Sohn G’ttes. So lehnten die meisten Juden Jeschua als Messias ab. Dafür, sagte Jeschua, werdet ihr bald fremden Führern folgen, die euch ins Verderben bringen. Das hat sich bis heute bewahrheitet.

Immer wieder sind Juden einem falschen Messias auf den Leim gegangen. Das wird auch beim Antichristen geschehen, der einen Bund mit Israel schließen wird. Später wird er sein wahres Gesicht zeigen und die Juden auf das Schlimmste verfolgen.

Heute herrscht in Israel neben Resignation auch eine große Friedenssehnsucht. Die meisten Juden warten auf einen übermenschlichen Messias, auf einen starken Führer, der Israel erretten soll.

Doch den Friedensbringer und Retter Israels hat G’tt schon längst bestimmt. Er wird uns in Jesaja 9:1 und 5 vorgestellt: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell!“

So hatte der Prophet Jesaja einst seinem Volk zugerufen: „Siehe ein Kind ist uns geboren. Ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter und er heißt: Wunderbarer Ratgeber, Starker G’tt, Ewiger Vater, Friedefürst. Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. Er wird in alle Ewigkeit mit Recht und Gerechtigkeit regieren.“

Schon seit Jahrtausenden steht dieser Text  in jeder jüdischen Bibel (Tenach, christlich: AT). Mehr denn je entspricht die Situationsbeschreibung des Propheten der aktuellen Lage. Heute sehnen sich die Menschen in Israel nach einem Helden, der wie Judas Makkabäus das jüdische Volk von der Unterdrückung befreit.

Beten wir dafür, dass G’tt seinem Volk die Augen und Herzen für ihren großen Befreier und Erlöser Jeschua öffnet. Er sprach beim Tempelweihfest auch von Menschen, die auf seine Stimme hören werden.

Obwohl die große Mehrheit Jeschua ablehnten, gab es durch alle Jahrhunderte hindurch Juden, die an ihn glaubten. Auch heute erleben wir es, wie G’tt am Werk ist. Immer mehr Juden entdecken in ihm ihren Messias und wenden sich ihm zu.

Auch die messianischen Juden feiern das Chanukkafest. Sie sprechen aber nicht nur von dem Lichtwunder bei der Tempelweihung. Vor allem freuen sie sich an dem Wunder, dass G’tt in Jeschua Mensch geworden ist und dass er als das Licht in diese dunkle Welt gekommen ist.

Heute können wir in Israel eine große Offenheit gegenüber G’tt und dem Evangelium feststellen. Die schwierige Situation in Israel bringt viele Menschen ins Nachdenken. Aber die meisten suchen am falschen Ort nach Antworten auf ihre Lebensfragen. So reisen jährlich Zehntausende Israelis nach ihrer Militärdienstzeit in den Fernen Osten. Im hinduistischen-buddhistischen Gedankengut suchen sie spirituelle Erfahrungen.

An den drei großen jüdischen Festen nehmen in Israel Tausende an einem New Age Festival teil. Dort ist alles Erdenkbare der okkulten Welt vertreten: Hexen, Magier, Sekten, Meditationen aller Art, Drogen.

Aber auch messianische Juden sind dort. Sie versuchen mit diesen Menschen über Jeschua ins Gespräch zu kommen, verteilen Bibeln und Literatur. In den Jahren haben sich durch ihr Zeugnis und dem Wirken des Heiligen Geistes junge Menschen Jeschua anvertraut.

G’tt möchte, dass noch viele Juden und Palästinenser Jeschua erkennen. So unterstützen wir die Gemeinde Jeschuas in Israel, das sie ein helles Licht sind in ihrer dunklen, von Hass erfüllten Umwelt. Dazu gehört auch Rachel, eine jüdische Evangelistin in Jerusalem. Sie kommt aus einer religiösen jüdisch-marokkanischen Familie. Durch das Zeugnis eines Ehepaares kam sie zum Glauben an Jeschua. Heute öffnet sie ihr Haus und lädt Leute ein. Sie kocht für sie und kommt mit ihnen ins Gespräch über den jüdischen Messias.

Gerade auch an Chanukka wird Rachel wieder viele zum Essen einladen und anschließend ihr Zeugnis erzählen. Immer wieder kommen durch ihr Zeugnis Juden und Araber zum Glauben an Jeschua.

Jeschua bezeichnet sich einmal als Licht der Welt (Johannes 8:12).

Übersetzung Schlachter: „ 8:12 Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.

Wie die Dienerkerze die anderen Kerzen entzündet, so werden Menschen in Israel und über all auf dieser Welt von Jeschua „angezündet“. Wenn wir zu ihm kommen, dann können wir aus unseren dunklen Ecken in sein Licht treten und machen die Erfahrung: Das Licht siegt über die Finsternis.

Jeschua sagt zu seinen Jüngern in der Bergpredigt: „Ihr seid das Licht der Welt.“

So wollen wir dieses Licht, das Zeugnis von Jeschua, nicht unter den Scheffel stellen.

Auch in unserer Umgebung leben Menschen in Dunkelheit, ohne Hoffnung und Liebe.
Lasst uns diese Zeit nutzen, dass Menschen von der Dunkelheit ins Licht finden.

So soll uns jedes Licht in dieser Zeit erinnern: Das Licht siegt über die Finsternis.