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Ki Tissa

Torah: 2. Mose 30:11–34:35; Haftara: 1. Könige 18:1–39; Brit Chadascha: Lukas 9:28–36; Apostelgeschichte 7:35–8:1; 1. Korinther 10:1–13; 2. Korinther 3:1–18 

(Angaben nach „Die Tora nach der Übersetzung von Moses Mendelssohn“ und David Stern)
[Autor: Jurek Schulz]

Ki Tissa – Wenn du zählst

Unser Text beginnt mit der Verpflichtung zur Abgabe des halben Schekels für jeden Mann über 20 Jahren. Dies diente zur Erhaltung des Zeltes der Begegnung (Stiftshütte). Dadurch ist jeder Jude sozusagen ein „Gründungsmitglied“ des nationalgeistigen Mittelpunktes Israels, dem Heiligtum (M. Breuer).

Es sollte nur die Hälfte der Geldeinheit „ein Schekel“ gespendet werden (2. Mo 30:15). Ein halber Schekel von jedem für den Dienst am Heiligtum (2. Mo 30:13–14).

Drei Gaben wurden Israel mit der Zeit abverlangt, die zum ersten des Monats (Nissan) eingesammelt wurden:

  1. Der halbe Schekel für die Zählung bzw. Musterung zum Dienst am Heiligtum (V. 13 u. 14).
  2. Die jährliche Abgabe eines halben Schekels für eine Kasse, die für die Gemeindeopfer bestimmt waren (V. 16); (konnten auch Armenopfer beinhalten).
  3. Ein freiwilliger Beitrag, der für die Reparatur und die Verschönerung des Tempels bestimmt war.

Interessant ist, dass der Schekel nach der Staatsgründung 1948 wieder offizielle Währung des Staates Israel ist. Dadurch hat sich ein messianisches Zeichen erfüllt. Die erste Erwähnung des Schekels finden wir bei Abraham (1. Mo 23:15). Er kaufte einen Grabplatz für seine Frau Sara für vierhundert Schekel aus Silber. Oft wird „Lot“ übersetzt, es steht jedoch Schekel da. Dann sehen wir die Anordnung für die „Tempelsteuer“, die bis 70 n. Chr. gültig war (siehe auch Mt 17:24–27). In Hesekiel 40–48 lesen wir etwas vom „dritten Tempel im messianischen Zeitalter“. Der erste Tempel von König Salomo 967–960 v. Chr.; der zweite Tempel unter Esra und Nehemia am 01.04.515 v. Chr. Dieser wurde von Herodes dem Großen (73–4. v. Chr.) erweitert. Herodes baute den Tempel zum größten Bauwerk der Erde aus. Dieser wurde 70 n. Chr. zerstört.

In Hesekiel 45:12.13.16 lesen wir jedoch, dass in der Zeit des „Dritten Tempels“ wieder ein Schekel vorhanden sein soll, der regelmäßig als Abgabe für den Tempel entrichtet werden soll.

Des Weiteren lesen wir in unserem Abschnitt die Beschreibung der Priesterkleider, der Kupferbecken, des Salböls und anderen Räucherwerks. Ebenso über die Berufung der Kunsthandwerker, die G’tt in besonderer Weise mit „Geist G’ttes“ für ihre Tätigkeiten am Heiligtum ausstattet (1. Mo 31:3).

Doch bevor G’tt seinem Volk Israel wirklich begegnen konnte, machte sich das Volk gegenüber G’tt schuldig. Während der 40tägigen Abwesenheit von Mose wurde sein Bruder Aaron, der in der Priesterfunktion als Hohepriester tätig war, ein „Werkzeug der Willkür“ seines Volkes. Das führte zu einem schmerzhaften Gerichtshandeln G’ttes.

Warum das Götzenbild ein Kalb war, hatte verschiedene Ursachen.

Festzuhalten ist, dass es als „Ersatz und als Leiter“ für Mose und G’tt diente.
Später hat Jerobeam I den „Stier- und Kalbskult“ besonders stark gefördert:
„Dies sind deine Götter …“  (1. Kön 12:28 ff.) sagte er und verstieß damit gegen das 1. Gebot.
Immer wieder ist Israel herausgefordert, sich zu entscheiden, wem wollen wir wirklich dienen: dem lebendigen G’tt oder den Götzen. Das kommt besonders beim Gerichtshandeln Elias zum Ausdruck (1. Kön 18).

Alle Verpflichtungen G’ttes gegenüber Israel, z. B. das Halten der Feste oder die Beachtung des Schabbats hinderten sie nicht daran, immer wieder von G’tt abzufallen. Dennoch ringt G’tt mit einem neuen Versprechen um sein Volk (2. Mo 34:10–11).

Zu erwähnen ist die besondere Demütigung des Mose vor G’tt für sein Volk (2. Mo 32:32). In dieser Weise hat das nur noch Paulus gemacht (Röm 9:3).

Frage: Was ist mir heute so sehr wichtig, dass ich bereit bin, regelmäßig trotz meiner Armut oder auch von meinem Reichtum etwas abzugeben?

Eine Anmerkung zu 2. Mose 34:7: נצר (nozer) = beobachten, hüten, bewahren,

פקד (poked) = vermissen, Nachschau halten, aufsuchen, besichtigen, heimsuchen.

Mendelsohn: V. 7 … der seine Huld dem tausendsten Geschlecht noch aufbehält, der Missetat, Abfall und Sünde vergibt, der aber nichts ohne Ahndung hingehen lässt …

So können wir auch übersetzen: Der bei der Missetat der Eltern Nachschau hält (oder auch die Auswirkung beobachtet), an den Kindern und Kindeskindern im dritten und vierten Geschlecht.

Haftara: 1. Könige 18:1–39

Elia steht im Kampf gegen den Götzendienst seines Volkes.

Er fordert Israel auf, nicht mehr „zweigeteilt“ zu sein, sondern eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen (1. Kön 18:21). Der Hintergrund ist sein Kampf für das 1. Gebot G’ttes.

 

NT zur Paraschah

Lk 9:28–36

Die Erscheinung von Mose und Elia auf dem „Berg der Verklärung“ (höchstwahrscheinlich der Berg Hermon in Israel) ist eine Schlüsselstelle. Mose ist der Vermittler der Gebote, Elia ist der Verteidiger der Gebote. Wenn aufgefordert wird, auf Jeschua zu hören, dann ist das kein Verstoß gegen das 1. Gebot, sondern die Gleichstellung des Sohnes G’ttes mit G’tt selbst.

Apg 7:35–8:1

Die Geschichte Israels dokumentiert immer wieder den Verstoß gegen das 1. Gebot. Für Stephanus war in Jeschua die Erfüllung der Verheißungen gekommen, wofür er zum Märtyrer wurde (Apg 7:52).

 

1. Kor 10:1–13

G’ttes Treue trotz der Untreue Israels ist ein Zeugnis für die Gemeinde des Neuen Bundes.

 

2. Kor 3:1–18

Im neuen Bund wird der „Ruach haKodesch“, eigentlich „Geist des Heiligen (G’ttes)“, die Menschen befähigen, im Willen G’ttes zu leben.

 

Aufgabe: Finde heraus, was die Stellen in 2. Mose 33:19 und 34, 6:7 wirklich bedeuten.

 

Frage:

Wie dringend ist es mir, angesichts meiner zeitlichen Lebensspanne, für die Anliegen G’ttes energisch einzutreten?