Schelach Lecha

Torah: 4. Mose 13:1–15:41; Haftara: Josua 2:4–24; Brit Chadascha:
(Angaben nach „Die Tora nach der Übersetzung von Moses Mendelssohn“ und David Stern)
[Autor: Jurek Schulz]

Schelach Lecha – Schicke

Das Wort bedeutet: ausstrecken; loslassen; schicken, senden, es beinhaltet eigentlich „entsende Dir…“;  Israel  bekommt eine von Gott kommende Erlaubnis, Kundschafter auszusenden.

Auffallend ist die frühe Erwähnung des künftigen Nachfolgers Mosche, Hoschea, Sohn Nuns, der von Mosche den Namen Jehoschua bekommt. In Nehemia 8,17 wird ihm ein dritter Name gegeben: „Jeschua“. Dies ist der hebräische Name der griechischen Übersetzung von Jesus. Was beinhaltet dieses Wort?

Es entsteht die Abkürzung des Gottesnamens durch die Hinzufügung des hebräischen Jod ‘ und ה  zu: יהוה  Rettung durch Gott, oder besser: Gott mein Retter, meine Hilfe, etc.

Israel näherte sich den Grenzen des von Gott verheißenen Landes. Aber das Land ist nicht unbewohnt. Kanaanitische Völker leben dort. Besonders das Volk der Anakiter ist gefürchtet Jos. 11,21-22;  Der Riese Goliath war von Ihnen, noch andere Riesen (große Menschen) lebten im Westjordanland Jos. 14,15, 15,13. 1.Sam. 17; 1. Chr. 20,5; Die Riesen der Söhne Raphas, 2. Sam. 21.16-23, 1. Chr. 20,4-8; im Osten des Landes. Es waren die Emiter und Samsumniter, die an Größe und Macht den Anakitern gleichkamen, 5. Mo. 2,10-11; 20-21;  Die dortigen Völker sind dem Gericht Gottes unterworfen.  Aufgrund ihrer Sünde verlieren sie den Besitz des Landes und ihr Leben, 1. Mo. 15,16;  Amos 1,3ff; Umgekehrt hatte nicht nur Israel Landbesitz bekommen sondern auch Ismael und Edom 1. Mo, 16; 21; 5. Mos. 2,5;

Mose hatte zwölf Kundschafter ausgesandt. Als die Kundschafter nach 40 Tagen zurück kamen brachten sie wunderbare Erzeugnisse des Landes mit. Doch außer Kaleb und Josua sprachen die 10 anderen von der Unmöglichkeit des Sieges. So begann das Volk zu murren und zu hadern.

Die Kundschafter waren erst erfreut über das Land und begannen dann  aus Angst Gottes Plan abzulehnen und brachten das Volk gegen Gott auf. Das wiederholt erwähnte Wort „murren“, in Kap. 14 macht deutlich das 10 Kundschafter, erst gegen Gottes Plan murrten, dann gegen Mose und Aaron,  und dann durch böse Gerüchte das Volk zum Murren veranlassten Sie vergaßen Gottes Möglichkeiten und konzentrierten sich auf das Unmögliche. Der Auszug aus Ägypten und mindestens 10 Wunder Gottes waren für sie wie vergessen. Selbst die Kanaaniter fürchteten genau diesen Gott auch nach 40 Jahren während der Landeinnahme  immer noch  (Jos. 2,10-11). Der Wunsch der Israeliten, in der Wüste zu sterben (4. Mo. 14,2), wurde zu ihrem eigenen Gericht (4. Mo. 14,29). Doch die Angst wurde ihr Begleiteter 4. Mo, 13.22-34; 28-29; 5, Mo. 1,28; Dennoch blieben die Zusagen die Gott ihnen gegeben hatte, vor allem die Verheißung des Sieges 5. Mo. 9,2-3;

Mose verlor dennoch nicht die Sicht für Gottes Plan auch in dieser Krise nicht. Interessant ist die Fürbitte Mose 14,13ff, was können wir davon lernen? Er setzte sich als Fürbitter für das Volk ein. Er wollte, dass,  trotz des Ungehorsams, Gottes Name nicht entheiligt wurde. Geistlich ist Mose ein echtes Vorbild, aber wie ist seine Rolle als politischer Führer zu bewerten? Kaleb und Jehoschua werden zu den Sprechern des Volkes, während Mose und Aaron auf ihr „Angesicht fielen“, d.h. beteten. 14,5. Das Zerreißen der Kleider war ein Gerichts- Buss- und Trauerzeichen.

 

Noch ein Hinweis.

Eine besondere Beachtung muss 14,18 bekommen das meist falsch gedeutet wird, 2. Mo. 34,6-7; es geht um die Auswirkung der Sünde, welche bis in die Urenkelgeneration reicht, sonst wäre unser Text schon ein Widerspruch, denn alle über 20 durften später in  das verheißene Land. D.h. es kann wegen der Sünde der Eltern auch Auswirkungen auf die Kinder haben.

Welchen Fokus haben wir? Sind wir nur Problem – Orientiert oder Verheißungs- Orientiert? Sehen wir auch Gottes Möglichkeit, und ist uns seine Ehre am wichtigsten?

Wie oft drehen wir uns nur um uns selbst und schauen auf unsere Ängste und Bedürfnisse und vergessen Gottes Möglichkeiten?

Die Kundschafter von Josua (eigtl. Jehoschua, der tatsächliche Name Jesu, Jeschua ist die Abkürzung davon)  hatten eine andere Botschaft und einen anderen Einfluss. Sie waren voll Zuversicht, dass Gott das Land in ihre Hände gegeben und die Bewohner des Landes mutlos gemacht hatte (Jos. 2,24).

Auf den rechten Blick kommt es an! Wir wollen uns gegenseitig durch Taten und Worte Gottes ermutigen.  Interessant ist das am Schluss des Textes das Gebot der Zizith (Quasten) gegeben wird. Was sagt uns das? Alle Ordnungen und Gebote, Verheißungen und Zusagen  Gottes werden dadurch „sichtbar“ gemacht, an die sich von nun an alle Generationen erinnern sollen, (Lk. 8,43-48);

Lukas 9,1-6; Hebräer 3,7 – 4,1

Die Aussendung der Kundschafter Israels hat zu einer Entmutigung des Volkes geführt, die Verheißungen Gottes anzunehmen (4. Mo. 13,25–14,4). Die Ermutigung durch Gott war nach den ersten Problemen schnell verblasst (2. Mo. 3,8.17). So ist zu erkennen, dass Ermutigung und Entmutigung meist nicht weit auseinander liegen.

Existierte dieses Problem nur bei Israel? – Nein. Auch heute werden wir durch verschiedenste Reaktionen oft in die Resignation gedrückt.  Die Jünger Jeschuas sollen ermutigende Botschafter sein.  Das Ziel ihrer Aufgabe ist die Versöhnung mit Gott (2. Kor. 5,19-20).  Deshalb sendet Jeschua seine Jünger aus. Dass es auch zu negativen Reaktionen kommen kann, sah Jeschua voraus (Lk. 9,5).

Dennoch sollen sie nicht resignieren.

Als Nachfolger Jeschuas sind wir heute von Gott gesandte Menschen im Auftrag des Herrn (Lk. 24,47; Mt. 28,18-20; Apg. 1,6-8).

Dadurch bewirkt Gott die Möglichkeit, dass Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1.Tim. 2,4). Egal wie der Gegenwind aussieht, wir sind aufgerufen, durch Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung allen Menschen gegenüber segnend zu wirken (1.Tim. 2,1). Die Frage ist, ob uns das auch ein Anliegen ist? Es zeigt die Herzenshingabe, wie Mose oder Paulus sie hatten.

So lasst uns in der Zuversicht des Messias von Anfang unserer Berufung bis zum Ende unseres Lebens am Auftrag Gottes festhalten, ein Segen für andere zu sein. Wir dürfen Verheißungs- orientiert, trotz aller Probleme in dieser Welt, in seinem Segen leben. Interessant ist wie der Hebräerbrief  unser Mosekapitel aufgreift uns auslegt.

Wer IHM vertraut hat schon jetzt durch den Messias „das verheißene Land“ betreten, das „ewige Schalom Gottes“, d.h. er ist in seine Ruhe eingetreten, indem wir ihm vertrauen (Hebr. 3,14.18).