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Matot

Torah: 4. Mose 30:2–32:42; Haftara: Jeremia 1:1–2:3

(Angaben nach „Die Tora nach der Übersetzung von Moses Mendelssohn“ und David Stern)
[Autor: Jurek Schulz]

Matot – Stämme, 4. Mose 30:2–32:42; Jeremia 1:1–2:3

Die Einleitung zu unserem Abschnitt besagt, dass dies, was jetzt kommt, Mose im Auftrag G’ttes den Israeliten sagt. Insofern ist es göttliche Weisung durch den Mund Moses! (V. 1) Der Herr befahl und ordnete an. Wir können auch sagen, ER setzte die folgenden Weisungen für Israel fest.

Das Schwören

Es geht um den Schwur, das Gelübde, das Versprechen, das mit einem Eid vor G’tt etwas zu tun geloben. G’tt nimmt uns beim Wort. Wir sollen es nicht brechen (4. Mo 30:3). Unser Wort, das Verbindliche, das wir versprechen, soll verlässlich sein. Das Schweigen wird als eine stille Zustimmung verstanden (4. Mo 30:15). Zugleich kommt zum Ausdruck, dass die Männer für die Frauen und Töchter eine besondere Verantwortung tragen.

Der Krieg

Es ist der letzte Krieg, den Mose auf G’ttes Weisung gegen Midian führt. Er rächt die Rache der Midianiter (Midejan = Streit). Die Strafe ist das Resultat eines grauenhaften Götzendienstes, an dem auch Israel schuldig wurde.

Midian ist das Kind von Abraham und Ketura (1. Mo 25:1). Die Nachkommen der Ketura wurden alle von Abraham in den Osten geschickt (1. Mo 25:6). Die Bewohner der syrisch-arabischen Halbinsel und Transjordaniens sind die Nachkommen der Ketura. Im Golf von Akaba gab es immer eine Stadt Midian. In 1. Mose 37 lesen wir, dass die Midianiter den Joseph in die Sklaverei verkauften. Später waren es Midian und Moab, die Israel zum Götzendienst und zur Unzucht verleiteten (4. Mo 22:4.7; 25:6).

Interessant ist, dass Jethro auch Midianiter war. Die Drusen heute verstehen sich als Nachkommen von Jethro. Durch den Richter Gideon wurden die Midianiter vollständig vernichtet (Ri 69).

Erstaunlicherweise wird auf den Wunsch der Stämme Gad und Ruben, nicht in das verheißene Land einzuziehen, eingegangen. Sie legen hier einen Eid ab und verpflichten sich den Bedingungen, wie sie in Kap. 30 formuliert wurden. Eine Frage taucht auf: Wie ist es mit dem Verständnis, dass die Aliya (Rückwanderung) als von G’tt gegeben ist, in Einklang zu bringen?

Eine besondere Situation

Plötzlich taucht Manasses Sohn auf. Wo war sein Sohn Machir die ganze Zeit? Deborah singt in Richter 5:14, dass die Gesetzgeber von Machir auszogen zum Krieg. Doch wo war Manasse? Die Rabbinen sagen, Manasse war derjenige, der sich dem Torahlesen und Gesetz auslegen verpflichtet sah. Daher sahen die Gelehrten in Manasse den Hüter der Werte, die Ruben und Gad so dringend bei den Eroberungen brauchten.

Wen haben wir heute, der uns an die göttlichen Werte der Bibel erinnert?

Weil die Grenzen von Gad, Ruben und Manasse anders als verheißen verliefen, kam es fast zum Bruderkrieg wegen dieser territorialen Abspaltung vom Kernland (Jos 22).

Die Propheten

G’tt liegt es am Herzen, das jüdische Volk in die erste, die ursprüngliche Gemeinschaft mit G’tt zurückzurufen (Jer 2:2).

Deshalb beruft er Jeremia als seinen Propheten (Jer 1:5). Er will eine Hingabe der Herzen, ein Ernstnehmen seiner Gegenwart.

Matthäus 5:33–37, Philipper 3:7–21

Jeschua betont, dass unsere Versprechungen ohne Eide und Schwüre gelten sollen (Mt 5:33–37).

Wir leben heute in Gemeinschaft der ersten Liebe, die auch Israel zuteil wurde, denn Israel wurde in die erste Gemeinschaft zurückgerufen. Paulus weist darauf hin, dass unser Bürgerrecht im Himmel ist, daher unsere Gesinnung rechtschaffen im Umgang mit den anderen sein muss.

Unser irdisches Leben dürfen wir aus dieser Perspektive betrachten. Unsere Zukunft liegt bei ihm, wir sollen uns ausstrecken nach dem, was vor uns liegt (Phil 4:14). Daher leben wir in den Werten, wie sie Israel schon hatte und der Gemeinde ebenso gegeben wurde.