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Jitro

Torah: 2. Mose 18:1–20:23; Haftara: Jesaja 6:1–7:6; 9:5–6; Brit Chadascha: Matthäus 5:21–30; 15:1–13; 19:31–37; Markus 7:5–15; 10:17–31; Lukas 18:18–30; Apostelgeschichte 6:1–7; Römer 2:17–29; 7:7–12; 13:8–10; Epheser 6:1–3; 1. Timotheus 3:1–14; 2. Timotheus 2:2; Titus 1:5–9; Hebräer 12:18–29; Jakobus 2:8–13; 1. Petrus 2:9–10
(Angaben nach „Die Tora nach der Übersetzung von Moses Mendelssohn“ und David Stern)
[Autor: Alfred Balzer]

Jitro – Jitro

In unserem Wochenabschnitt beginnen wir mit dem Besuch Jitros bei Mose. Jitro (Reguël, Jeter) Priester in Midian, Schwiegervater von Mose (2. Mo 2:18; 3:1; 4:18; 18:1.5f.9f.12; 4. Mo 10:29) wird, vielleicht in seiner Eigenschaft als Priester in Midian, in 2. Mo 3:1; 4:18; 18:112 Jitro genannt. Er ist der Vater von Zippora und Hobab. Mose lebte bei ihm während der 40 Jahre seiner Verbannung aus Ägypten und hütete seine Schafe (2. Mo 3:1). Die Abstammung der Midianiter von Abraham (1. Mo 25:2) und das spätere Auftreten Reguëls (2. Mo 18) lassen vermuten, dass er ebenso wie Mose den Gott Abrahams verehrte. Nach seiner Berufung durch den Herrn erbittet Mose von Reguël die Erlaubnis zum Zug nach Ägypten. Seine Familie, die ihn dabei zuerst begleitete, hat er wohl noch vor dem Auszug zu seinem Schwiegervater zurückgesandt (2. Mo18:2). Jitro findet sich mit Tochter und Enkeln im israelitischen Lager ein (V. 6), hörte von der Führung des Volkes durch G’tt und brachte G’tt ein Brand-und Schlachtopfer (V. 12).

Fragen:

Wenn doch Jitro ein Priester in Midian war, stellt sich auch die Frage, wem hat er gedient und für wen geopfert? Göttern? Ist er ein Konvertit? In der Literatur sind unterschiedliche Aussagen zu finden.

Wo hat das Volk gelagert? Welchen Weg hatten sie beschritten? Gibt es überhaupt konkrete Beschreibungen?

Am anderen Morgen sieht er Mose, wie er dem Volk Recht zu sprechen hat. Sie kamen mit vielen Streitfällen, und es dauerte vom Morgen bis zum Abend. Jitro gibt Mose den Rat, zur Erleichterung der Rechtsprechung weitere verantwortliche Männer einzusetzen, damit nicht die ganze Last auf ihm allein liege (V. 1327).

Fragen:

Welche Voraussetzungen sollten die Männer erfüllen? (V. 21)

Wie viele Männer sollten eingesetzt werden? (V. 21+25)

Wie war das im Kampf gegen die Amalekiter? (siehe 2. Mo 17 und oben)

Was wäre geschehen, wenn keine Aufgabenverteilung vorgenommen worden wäre?

Wo finden wir in den Neuen Schriften ähnliche Vorgehensmodelle? (Apg 6)

Es wird deutlich, dass wir auf ein Miteinander angelegt, unterschiedlich begabt sind, mit unseren Kräften haushalten sollen.

Zehn-Wort – Weisungen – Gebote (2. Mo 20)

Die Verse 2 bis 11 stellen die Beziehung zwischen Menschen und dem Ewigen dar. Sie regeln den Umgang und stehen an erster Stelle. Danach folgen die Weisungen für das Miteinander der Menschen.

1 V. 2 Ich bin der Ewige… der dich herausgeführt hat…
2 V. 36 Du sollst dir kein Götzenbild machen, auch keine ähnliche Gestalt…
3 V. 7 Du sollst den Namen des Ewigen, deines G’ttes, nicht vergeblich aussprechen… (nicht missbrauchen)
4 V. 811 Erinnere dich stets an den Schabbat…
5 V. 12 Ehre deinen Vater und deine Mutter…
6 V. 13 Du sollst nicht morden!
7 V. 13 (14) Du sollst nicht ehebrechen!
8 V. 13 (15) Du sollst nicht stehlen!
9 V. 13 (16) Du sollst wider deinen Nächsten nichts aussagen als ein falscher Zeuge
10 V. 14 (17) Du sollst keine Begierde haben…

Tabelle 1 – Zehn-Wort [Verszählung nach Mendelssohn und (Luther)]

Die Zählung der Worte bzw. Weisungen sind leider nicht einheitlich. Es ist auch nicht bekannt, auf welcher Tafel welche Worte standen. Nach 2. Mo 32:15 sind beide Tafeln auch beidseitig von G’tt beschrieben worden!

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die unterschiedliche Zählweise.

Thema Juden Anglikaner, Reformierte, viele Freikirchen Orthodoxe, Adventisten Katholiken Lutheraner
Selbstvorstellung JHWHs 1 Präambel 1 1 1
Fremdgötterverbot 2 1
Bilderverbot 2 2
Namensmissbrauchsverbot 3 3 3 2 2
Sabbatgebot 4 4 4 3 3
Elterngebot 5 5 5 4 4
Mordverbot 6 6 6 5 5
Ehebruchsverbot 7 7 7 6 6
Diebstahlsverbot 8 8 8 7 7
Falschzeugnisverbot 9 9 9 8 8
Begehrensverbot 10 10 10 9 (Frau) 9 (Haus)
10 (Haus und Güter) 10 (Frau und Güter)

Abbildung 1 – Zehn-Wort Nummerierungsunterschiede (Quelle: wikipedia)

Fragen:

Hat die Zählweise einen Einfluss auf das von G’tt gegebene Wort?

Wo finden wir in der Brit Chadascha Verweise auf unseren Text?

 

G‘ttesbegegnungen bzw. Offenbarungen:

Jetro: Durch die Schilderung Moses über die großen Taten G’ttes in Ägypten freute sich Jetro, opferte dem Ewigen und bringt sich mit einem wesentlichen Ratschlag ein.

Volk: Es nahm Donner, Flammen, Hörnerschall und rauchenden Berg war (2. Mo 20:18) und überträgt Mose aus Furcht das Reden mit G’tt (2. Mo 20:19).

Jesaja: Sah den HERRN auf hohem und erhabenen Thron sitzen, … Serafim standen über IHM (Jes 6:12). [Serafim: Wurzelbedeutung->brennen<- unterstreicht die Heiligkeit G’ttes] „Wehe mir, denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich!“ (Jes 6:5) und der Serafim berührt seine Lippen mit einer glühenden Kohle, dass Jesaja seinen Prophetendienst aus G’ttes Kraft durchstehen kann (Jes 6:910).

Zukunft: Ein Sohn, „wunderbarer Ratgeber, starker G’tt, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens“ (Jes 9:5). Groß ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben, der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun! (Jes 9:6).

 

Zusammenfassung:

Der Wochenabschnitt illustriert die Heiligkeit G’ttes und eröffnet grundsätzliche Wahrheiten über die Erwählung des Volkes Israel. Sie enthält Anweisungen zur Leitung und Organisation des Alltagslebens in einer Volksgemeinschaft. Sie beinhaltet vor allem die Gabe der Torah an Sein Volk Israel und letztlich an alle Menschen. Diese Wahrheiten sind unabhängig vom Ort des Geschehens.

Vieles müssen diejenigen ertragen, die dem HERRN folgen. ER trägt aber hindurch und schenkt uns die Gemeinschaft mit IHM.

Was ertragen wir? Welchen Segen erhalten wir? Was machen wir mit unserem Leben? Wo versagen wir immer wieder? Wie kommen wir in unserer Beziehung zum Ewigen näher?

 

Anhang: Verweise Torah/Haftara und Brit Chadascha

Stelle im Torah-/Haftara-Abschnitt Stelle wird hier im Brit Chadascha zitiert: Stichwort Torah
2. Mo 19:5 1. Petr 2:9 Bund halten, Eigentum werden
2. Mo 19:6 1. Petr 2:9 Königreich von Priestern
2. Mo 19:1213 Hebr 12:20 der Berg Sinai darf nicht bestiegen werden vor dem Hornschall
2. Mo 20:11 Offb 10:6 Heiligung des Schabbats nach der Schöpfung
2. Mo 20:12 Mt 15:4; Mt 19:19; Mk 7:10; Mk 10:19; Eph 6:23 Vater und Mutter ehren
2. Mo 20:1213 (1216) Lk 18:20 Vater und Mutter ehren, nicht töten/morden
2. Mo 20:13 Mt 5:21; Röm 2:2122; Jak 2:11 nicht töten/morden
2. Mo 20:13 (1316) Mt 19:18; Mk 10:19 nicht töten/morden, ehebrechen, stehlen, nicht als falscher Zeuge aussagen
2. Mo 20:1314 Röm 13:9 Nicht töten/morden, ehebrechen
2. Mo 20:14 Mt 5:27; Röm 7:7; Jak 2:11 nicht ehebrechen
Jes 6:2 Offb 4:8 Seraphim mit 6 Flügeln
Wurzelbedeutung Seraphim: >brennen< unterstreicht die Heiligkeit G‘ttes
Jes 6:3 Offb 4:8 Seraphim preisen die Heiligkeit und Herrlichkeit des Herrn
Jes 6:9 Lk 8:10 Auftrag, zum Volk zu sprechen – hören und sehen, aber nicht verstehen und erkennen
Jes 6:910 Mt 13:1415; Mk 4:12; Apg 28:2627
Jes 6:10 Joh 12:40 Ohren und Augen des Volkes werden „verschlossen“, sein Herz wird nicht einsichtig