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Schabbat, biblische und jüdische Feste feiern

Es gibt mehrere Feste, die in besonderer Weise gefeiert werden. Der Schabbat gehört auch dazu. Die Feste werden unter Biblische Feste beschrieben.
Auf dieser Seite werden weitere Besonderheiten beschrieben, die noch keinen richtigen Platz gefunden haben.

HAWDALA (Unterscheidung, Trennung und Beginn der neuen Woche)

G'tt ist meine Rettung; ich will G'tt vertrauen und niemals verzagen. Denn G'tt ist meine Stärke und mein Loblied. G'tt wurde meine Hilfe. Ihr werdet Wasser schöpfen voller Freude als den Quellen des Heils. (Jes 12:2)

Bei G'tt findet man Hilfe; auf dein Volk komme Segen. (Ps 3:9)

Der G'tt aller Geschöpfe ist bei uns, der G'tt Jaakows ist unser Schutz. (Ps 46:8.12)

Die Juden waren glücklich, sie jauchzten vor Freude und waren wieder geehrt. (Est 8:16)

So geschehe es auch uns! Ich will den Kelch des Heils erheben und den Namen Gottes anrufen. (Ps 116:13)

[Man hebt den Becher mit Wein und sagt:]

Gepriesen seist du, Ewiger, unser G'tt; du regierst die Welt. Du hast die Frucht des Weinstocks geschaffen.

[Man nimmt den Behälter mit den Gewürzen und sagt, bevor man daran riecht:]

Gepriesen seist du, Ewiger, unser G'tt; du regierst die Welt. Du hast verschiedene Arten von Gewürzen geschaffen.

[Man hält die Hände gegen das Licht und sagt:]

Gepriesen seist du, Ewiger, unser G'tt; du regierst die Welt. Du hast das Licht des Feuers geschaffen.

[Man nimmt den Becher mit Wein wieder in die Hand und sagt:]

Gepriesen seist du, Ewiger, unser G'tt; du regierst die Welt. Du trennst das Heilige vom Profanen, das Licht von der Finsternis, Israel von den Völkern, den siebten Tag von den übrigen sechs Werktagen. Gepriesen seist du, Ewiger. Du trennst das Heilige vom Profanen.

[Man trinkt den größten Teil des Bechers und schüttet den Rest aus, um damit das Licht zu löschen.]

Eine gute Woche! = Schawua tov!

Bar Mitzwa Feier

Warum findet eine Bar-Mitzwa Feier statt?
Die Mischna (mündliche Lehre aus dem 2. Jh. n. Chr.) und der Talmud (kanonische Lehrsammlung aus dem 5. Jh. n. Chr.) erklären, dass ein Knabe mit seinem 13. Lebensjahr religiös reif bzw. Bar Mitzwa – ein Sohn der Pflicht ist, denn es ist ein sinaitisches Gebot, dass der Knabe mit 13 Jahren religiöse Pflichten übernehmen soll, da er von nun an in Anlehnung an 1. Mose 34:25 Mann genannt wird.

Ein weiterer Gedanke dazu ist die Beobachtung, dass der gute Trieb (Jetzer Hatov) im Alter von 13 Jahren einsetzt, wogegen der böse Trieb (Jetzer Hara) dem Menschen bereits seit seiner Geburt angeboren ist, was darauf zurückgeht, dass Abraham mit 13 Jahren den Götzendienst seines Vaters ablehnte und von da an ein Diener Gottes wurde.

In Jesaja 43:21 heißt es: „Dieses Volk, das ich mir geschaffen habe, wird meinen Ruhm verkünden“. Das Bestimmungswort dieses, auf Hebräisch su (sayin, waw), hat den Zahlenwert 13. Damit wird angedeutet, dass das jüdische Volk volljährig ist, um den Ruhm G'ttes zu verkünden.

Wenn der Knabe sein zwölftes Lebensjahr vollendet hat, wird er als nunmehr 13-Jähriger zur Torah aufgerufen, um den jeweiligen Torah-Wochenabschnitt zu lesen und über das Gelesene eine Predigt zu halten. Dadurch wird seine religiöse Volljährigkeit manifestiert. Daraufhin erteilt ihm der Rabbiner seinen Segen. Er darf von nun an am Minjan, d.h. am gemeinsamen Gebet teilnehmen. Man beruft sich dabei auf Psalm 2,7: „Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt!“ Damit wird der Bar Mitzwa Knabe als neugeborener Mensch angesehen.

(Mehr dazu in israel heute von Januar 2007)

Die Beschneidung – Brit Mila
Nach den Bestimmungen des Religionsgesetzes, der Halacha, ist Jude, wer von einer jüdischen Mutter geboren ist. Heiratet ein jüdischer Mann eine nichtjüdische Frau, gelten seine Kinder als Nichtjuden. Heiratet jedoch eine jüdische Frau einen nichtjüdischen Mann, sind ihre Kinder Juden.

Viele kommen hier in Konflikt mit dem in Matthäus 1:1-17 und Lukas 3:23-38 beschriebenen Stammbaum Jeschuas, weil es dort nach den Vätern geht und nicht nach den Müttern. Da die Evangelisten in Jeschua jedoch den Messias sahen, der der König aller Könige ist, wandten sie folgerichtig die Königsregel an und die richtet sich in der Erbfolge nach den Söhnen.

Der von jüdischen Eltern bzw. von einer jüdischen Mutter geborene Knabe wird aber erst durch den Akt der Beschneidung in den ewigen Bund, den G'tt mit Abraham geschlossen hat, aufgenommen. Daher ist die Beschneidung das unauslöschliche Zeichen der Zugehörigkeit zu diesem G'ttesbund.

Das biblische Gebot ordnet die Beschneidung ausdrücklich für den achten Tage nach der Geburt an (1. Mo 17:12 u. 21:4). Der achte Tag ist so wichtig, dass die Beschneidung auch am Schabbat oder einem anderen hohen Feiertag durchzuführen ist.

Heute wissen wir, dass ein Kind am dritten Tag nach seiner Geburt erst über 30 % des für die Blutgerinnung wichtigen Stoffes Prothrombin verfügt, aber am achten Tag eine übernormale Höhe von 110 % besitzt, das am folgenden Tag wieder absinkt, d.h. kein Tag ist so günstig für die Beschneidung wie der achte Tag. Sollte Mose schon vor über 3000 Jahren gewusst haben, was die Mediziner erst in unseren Tagen herausgefunden haben? Daran wird deutlich, dass die Anordnung, den Knaben am achten Tag zu beschneiden, von Gott kam, der uns geschaffen hat und daher um solche Eigenheiten wusste.

Die Beschneidung führt ein religiös und medizinisch geschulter Beschneider (hebr. Mohel) durch. Er zieht die Penisvorhaut des Knaben hoch und schiebt sie in einen Kamm. So kann er, ohne in Gefahr zu kommen, die Eichel zu verletzen, die aus dem Kamm herausschauende Vorhaut mit einer scharfen Klinge abschneiden.

Dem Paten (hebr. Sandak) wird die größte Ehre zuteil. Während er auf dem auf dem „Stuhl Elias“ sitzt, wird der Knabe auf seinem Schoß beschnitten. Nach der Beschneidung wird zum ersten Mal der Name des Kindes laut verkündet, verbunden mit dem Segen: „Er wachse heran zur Torah, zur Chuppa (d.h. zur Ehe) und zu guten Werken“. Da Mädchen nicht beschnitten werden, verkündet man ihren Namen am ersten Schabbat nach ihrer Geburt vor der versammelten Gemeinde in der Synagoge, wenn ihr Vater zur Torah-Lesung aufgerufen wird.

Christen sind oft erstaunt, wenn sie erfahren, dass die an Jeschua glaubenden messianischen Juden ihre Knaben beschneiden lassen und verweisen dann auf Paulus Warnung: „Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus nichts mehr nutzen“ (Gal 5:2). Damit verurteilte Paulus jedoch nur den Übereifer einiger Judenchristen, die aus den zum Messias bekehrten Nichtjuden erst Juden machen wollten, damit sie gute Christen werden. Derselbe Paulus aber beschnitt mit eigener Hand seinen Reisegefährten Timotheus (Apg 16:3), weil dessen Mutter Jüdin war und um bei den Juden keinen Anstoß zu erregen. Auch der Messias wurde am achten Tag beschnitten und erhielt dabei seinen Namen Jeschua (Lk 2:21).